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Bild zu Qualitätssicherung

DIE ETWAS ANDERE ART DER QUALITÄTSSICHERUNG ODER WIE MENSCHEN, DIE IN LIEBE UND EIGENVERANTWORTLICH TUN, ZU UNSEREM ERFOLG BEITRAGEN!

Vor mittlerweile fast 20 Jahren arbeitete ich für die damals größte Werbeartikelfirma Österreichs als Assistentin des größten Verkaufsteams.

Der Firmeninhaber war selbst Teamleiter und er betreute die namhaftesten Kunden Österreichs im Werbemittelbereich. Ich war für den Einkauf zuständig. Meine Aufgabe bestand also darin (anfänglich damals aus Mangel an Digitalkameras) Taschen abzumessen und abzuzeichnen, diese Bilder dann nach Asien zu faxen und auf Antwort per Fax zu warten – kann man sich das heute noch vorstellen? Unfasslich!

Wie gesagt – ich war damals für den Einkauf zuständig und einer der größten Kunden des Teams war ein großer Key Account im Nahrungsmittelbereich.

Da unser Kunde die Produkte direkt den Schokoladen beipackte, hatte er bereits früh die Notwendigkeit von Zertifizierungen erkannt und forderte diese auch laufend ein.

Dieser Bereich war damals noch bei weitem nicht so nachgefragt wie heute. Dennoch interessierte es mich sehr, was denn diese seitenlangen Berichte aussagten. Im Laufe der Zeit kannte ich mich wirklich schon recht gut mit den Seiten über Seiten langen Schriftwerken aus.

Somit kam es für mich wie gerufen, als die Wirtschaftskammer zu einer Tagung einlud, um über die Qualitätssicherung von Produkten, die aus China importiert wurden, zu sprechen.

Es waren namhafte Präsentatoren wie SGS und TÜV vertreten, die zu einzelnen Teilbereichen referierten (die für mich aber sowieso mittlerweile Standard im alltäglichen Tun waren).

Ich kann mich noch wie heute daran erinnern, dass ich, als damals junges Mädel, vor dem riesigen Auditorium an jahrelang erfahrenen, älteren Chefeinkäufern den Mut hatte, aufzustehen und 2 Fragen zu stellen.

Die erste war eine Detailfrage zu Schnurrbarthaaren bei Plüschtieren, die mir der Vortragende leider nicht ad hoc beantworten konnte.

Die zweite Frage richtete ich damals an alle Anwesenden im Raum. Nämlich die, ob sie nicht auch dächten, dass es doch die beste Qualitätssicherung wäre, wenn man die Dollars, die eigentlich noch immer die Fabriksbesitzer einheimsten, versuche durch Umverteilung, direkt zu den Arbeitern an die Maschine zu bringen.

Ich kann es heute noch in meinen Ohren hören – dieses Lachen und Murmeln im Raum. Sehen kann ich sie alle noch die Herren, wie sie da sitzen und den Kopf schütteln. Fassungslos und fast schon peinlich berührt, ob meiner Naivität glauben zu können, dass man so etwas in China machen könne. Ich spürte förmlich wie einige von Ihnen im Gedanken abtauchten und Bilder sahen wie sie bei Ihrer letzten Geschäftsreise von den Fabriksbesitzern hofiert und ausgeführt wurden. In Lokalitäten, die mir als Frau sicherlich erspart bleiben würden. Wer denkt denn da an Arbeiter?

Richtig glücklich macht es mich heute – 20 Jahre danach – sagen zu können:

„Ich habe es geschafft!“

In „unserer“ Partnerwerkstätte werden die Arbeiterinnen so bezahlt, dass sie froh sind ausgewählt zu sein.
In „unserer“ Partnerwerkstätte haben die Arbeiterinnen keine existentiellen Sorgen und sie können sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren.
In „unserer“ Partnerwerkstätte lieben es die Damen an den Plüschtieren zu nähen und es ist Ihnen wichtig, tolle Tiere zu fertigen.

Ich bin froh, dass ich damals schon meinem Herzen gefolgt bin und stolz, dass ich es geschafft habe die Dollars, vor allem aber die Freude am Tun und die Eigenverantwortung, an die Maschinen zu bringen.

Weil es mir immer schon wichtig war den Menschen und seine Bedürfnisse zu sehen.

Weil es mir bewusst ist, dass die Liebe, mit der die Menschen an unseren Stofftieren arbeiten, in ebendiesen sichtbar wird.

Weil ich es richtig finde, Menschen, die mir tagtäglich zu meinem Erfolg verhelfen, ebenfalls daran teilhaben zu lassen.

Und diesen Weg beschreite ich weiter – aus tiefster Überzeugung und aus meinem Herzen heraus!

Aus Liebe zu den Menschen und aus Liebe zu meinem Tun!

Herzlichst
Silvia Lindner